Donnerstag, 28. März 2013

Ich hatte ja in meinem letzten Post von der 10% Regel erzählt (klick mich!).

Heute ist der Krümel genau 2 Monate alt und wiegt 4500g. Ein Baby soll ja sein Geburtsgewicht in den ersten 3 Monaten verdoppeln....
Das Geburtsgewicht lag bei 2490g (war ja 2 Wochen zu früh dran) und im Tief war er bei 2160g.

Ich glaube in vielen anderen Krankenhäusern hätten Sie uns dazu genötigt zuzufüttern, weil wir die 10% unterschritten hatten. So geschehen bei Bakannten von uns in Berlin ges (und bei dessem Baby lag das Geburtsgewicht bei über 4kg! hatte also genug Reserven)...

Danke noch einmal an die Krankenschwestern und Hebammen des Asklepios Krankenhauses in Germersheim. Ihr habt uns wunderbar betreut!







Hat jetzt nix mit dem Baby zu tun: 

Die Rede von Phillip Wollen, die ich oben bei den Videos verlinkt habe, gibt es jetzt auch in deutsch. Eine der besten Reden die ich je gehört habe...





Bitte weiterverbreiten...


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Sonntag, 17. März 2013

Vegane Schwangerschaft und Geburt: ein "schwieriges Unterfangen".

Nicht nur, dass wir beide vegan sind, nein wir wollten die Schwangerschaft und Geburt auch so natürlich wie möglich gestalten. Damit stießen wir bei einigen in unserem Umfeld auf Unverständnis, vor allem bei Ärzten. Deswegen war die normalerweise unkomplizierte vegane Schwangerschaft doch ein schwieriges Unterfangen.

Das Ganze fing bei der Frauenärztin an. Als sie hörte, dass wir Veganer sind, hat sie schon mal das Gesicht verzogen und uns gesagt, dass wir uns gut überlegen sollten, ob wir das während der Schwangerschaft so beibehalten wollen. 
Als wir ihr eröffnet haben, dass wir ihre Vitaminpillen nicht nehmen wollen, war sie dann noch mehr verstimmt. Zumindest konnten wir sie ein wenig dadurch beruhigen, dass wir ihr sagten wir nehmen La Vita. Davon hatte sie glückerweise schon gehört.
In der Tat sind einige Sachen in der Schwangerschaft wichtig und völlig auf Nahrugsergänzungen zu verzichten wäre nicht ratsam. Allerdings nur natürliche und pflanzliche Nahrungsergänzungen.
Auf keinen Fall synthetische Vitaminpillen! 
Wie wichtig das ist habe ich hier schon erläutert: klick mich!
Auf welche Vitamine bzw. Mineralstoffe man achten sollte komme ich später zurück.
Aber noch einmal zurück zur Frauenärztin. Der letzte Punkt der sie völlig aus dem Konzept gebracht hat war, dass wir auf Ultraschall verzichten wollten.
Das war zu viel für sie. Ich will ja jetzt nichts unterstellen, aber in diesem Punkt geht es ja um ihr Geld. Ein Arzt bekommt für einen Patienten eine Pauschale im Quartal und wenn ich das nächste Mal im selben Quartal hin gehe, dann behandelt er mich praktisch umsonst.
Es sei denn, er macht eine ganz wichtige Untersuchung, die er separat abrechnen kann. 
Wie zum Beispiel Ultraschall. So ist es natürlich nicht verwunderlich, dass ein Ultraschall gaaanz wichtig ist, weil da bestimmt etwas nicht in Ordnung ist und dringend überprüft werden muss. So war es dann auch bei uns. Leider konnte ich bei einem Frauenarzttermin nicht mitkommen und schwups sah der Bauch meiner Frau verdächtig klein aus. Vielleicht entwickelt sich das Baby ja nicht richtig und das musste dringend überprüft werden.
Da eine werdende Mutter leicht zu beunruhigen ist, wurde natürlich ein Ultraschall gemacht. Und siehe da, oh je das Baby ist eine Woche hinten dran. Das muss überwacht werden und wir müssen alle zwei Wochen einen Ultraschall machen!
Dass die Mutter klein und zierlich ist und zu Beginn der Schwangerschaft 42 kg gewogen hat wurde nicht berücksichtigt. Dass der Zeugungstermin nicht genau bekannt war auch nicht. Und dass die Mutter währen der Schwangerschaft von 42 auf 58 kg zugenommen hat ebenso wenig.
Das war dann der Zeitpunkt wo wir die Frauenärztin gewechselt haben...

Über Ultraschall kann man denken was man will. Ich habe gelesen, dass es fragwürdig ist, ob es wirklich völlig harmlos für das Baby ist. Zum Beispiel hier: klick mich!
Und da man meist eh nix machen kann, selbst wenn man etwas feststellt, lass ich es lieber ganz bzw. beschränke die Ultraschalluntersuchungen auf das notwendige Minimum. Aber bestimmt nicht alle zwei Wochen. Ist aber nur meine Meinung. Kann wie gesagt jeder halten wie er will. Mich hat die Vorgehensweise der Ärztin gestört, deswegen haben wir gewechselt.

Vorher gab's schon Diskussionen wegen der Blutwerte. Die Eisenwerte und daraus resultierend die Hämoglobinwerte (roter eisenhaltiger Blutfarbstoff in den Erythrozyten verantwortlich für den Sauerstofftransport, auch Sauerstofftransportprotein genannt) und Erythrozytenwerte (rote Blutkörperchen) meiner Frau sind wie bei jeder Schwangeren gesunken. Bei uns war dann narürlich die vegane Ernährung schuld und wir sollten wieder einmal überdenken, ob wir das so beibehalten wollen.
Es ist doch unglaublich, schon im nichtschwangeren Zustand hat mehr als die Hälfte aller Frauen zu niedrige Eisenwerte.
Während der Schwangerschaft ist das natürlich noch schlimmer, da in kurzer Zeit sehr viel Blut für das Baby gebildet werden muss. Bei einer Schwangeren erhöht sich dadurch das Blutvolumen nämlich um 30-40%. Aber bei uns war es dann natürlich die Ernährung. Ich gehe davon aus, dass das völlig normal ist!
Und wenn die Frauenärztin nicht wieder Panik verbreitet hätte, dann hätte ich mir darüber auch gar keinen Kopf gemacht. 
Für mich ist das eine sehr einfache Rechnung. Es muss sehr viel Blut für den Säugling gebildet werden, was die Eisenspeicher und somit die Hämoglobinwerte und die Anzahl der Erythrozyten der Mutter kurzfristig sinken lässt. Wenn kein Blut mehr für den Säugling gebildet werden muss, erholen sich die Werte der Mutter wieder!
Wenn sich die Mutter nicht total schlapp fühlt, ist das völlig in Ordnung und normal.
Vor ein paar tausend Jahren gab es auch keine Eisentabletten oder ähnliches. Die Natur weiß schon was sie tut. Nur weil wir irgendwelche Grenzwerte festgelegt haben, heißt das noch lange nicht, dass diese stimmen und es nicht Situationen gibt, in denen deren Unterschreiten völlig normal ist. Klar muss man auf eine ausreichende Eisenzufuhr und Eiweißzufuhr über die Nahrung achten, aber wenn man das beachtet,  brauche ich keine Eisentabletten. Wir haben uns aber dann auch irgendwann verunsichern lassen und Eisentabletten besorgt. Die hätten wir aber nicht gebraucht, wenn wir uns mal die Entwicklung der Blutwerte anschauen:






Die Eisentabletten haben wir erst Anfang Dezember bestellt. Die Werte haben sich aber bereits Ende Oktober wieder erholt. Also entweder ist es tatsächlich so, dass sich die Werte physiologischerweise einfach wieder erholt haben, oder es lag an etwas anderem. Also was haben wir noch gemacht?

Nachdem die Werte trotz, Spirulina, Floradix und anderer pflanzlicher Eisenquellen (siehe hier!) ihren Tiefpunkt Mitte Oktober erreicht hatten, haben wir angefangen vermehrt auf die Eiweißzufuhr zu achten. Für die Blutbildung ist neben Eisen nämlich noch Eiweiß notwendig. Hämoglobin besteht neben Eisen nämlich auch aus Protein. Und da der Kleine beim Wachsen viel Eiweiß braucht, haben wir versucht bei der täglichen Eiweißzufuhr auf 60 - 70g zu kommen. Damit haben wir Ende Oktober, mittels Lupinen- und Sojaprodukten (natürlich alles Bio) begonnen. Mitte November habe ich zusätzlich Hanfproteinpulver besorgt und es gab täglich einen Bananen-Hanf Smoothie.
Gegen Ende Oktober habe ich allerdings auch mit den Schwangeschafts-Power-Eisen Smoothies (klick mich!) angefangen. Und Mitte Oktober gabs zusätzlich auch La Vita, so dass ich jetzt natürlich nicht mehr genau sagen kann woran es genau lag, dass sich die Werte so drastisch verbessert haben und drei Tage vor der Geburt sogar besser als Anfang des Jahres waren ?!
Wahscheinlich hätten sich die Werte so oder so erholt. Wahrscheinlich habe ich das Ganze durch die guten Smoothies und das zusätzliche Hanfprotein nur unterstützt.
Die Eisentabletten waren wahrscheinlich unnötig, da sich wie gesagt die Werte Anfang Dezember schon sehr gut erholt hatten.
Auf jeden Fall hatte das Ganze aber nichts mit der veganen Ernährung zu tun, die haben wir beibehalten und die Werte haben sich ja sehr gut entwickelt!
Selbst Mitte Oktober als die Werte ihren Tiefpunkt erreicht hatten, hat sich Theresa niemals schlapp gefühlt und ist fast täglich joggen gegangen (übrigens war sie selbst im Januar noch 3-4 Mal die Woche im Fitnessstudio und dort ohne Probleme mindestens 45 min auf dem Crosstrainer und anschließend auch in der Sauna).

Beim nächsten Mal würde ich die Werte beobachten und im 6. Monat wieder den Tiefpunkt erwarten (der Eisenbedarf ist zwischen der 8. und 22. Schwangerschaftswoche am höchsten). Wenn sich die Mama weder schlapp noch extrem müde fühlt, würde ich auch nicht viel machen, außer die Eisen- und Hanfprotein Smoothies. Aber ich würde keine zusätzlichen Eisentabletten nehmen.

Das geht natürlich nur, wenn ich auf eine ausreichende Vitamin- und Mineralstoffzufuhr achte! 
Am besten durch gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Salat, Kartoffeln, Vollkornreis, Hirse, Quinoa etc.
Zusätzlich würde ich nur wieder La Vita, Spirulina und Bierhefetabletten nehmen, um dem gesteigerten Bedarf in der Schwangerschaft gerecht zu werden.
Dies sind alles natürliche Mineral- und Vitaminquellen, die am besten für den menschlichen Körper sind. 
Auf DHA, Jod und im Winter auf Vitamin D würde ich auch noch unbedingt achten, aber darauf gehe ich später in der Zusammenfassung noch ausführlich ein.

Nachdem wir also die Frauenärztin gewechselt haben und uns bei unserer Neuen (klick mich!) jetzt auch sehr gut aufgehoben gefühlt haben, gings jetzt zur Wahl des richtigen Krankenhauses.

Man sollte meinen das Krankenhaus spielt eine eher untergeordnete Rolle bei der Geburt, doch das ist bei weitem nicht so. Gerade wenn man Wert auf eine möglichst natürliche Geburt legt, dann kann das richtige Krankenhaus einiges dazu beitragen.

Zuerst hatten wir natürlich nur den Sicherheitsgedanken im Sinn:
Hat das Krankenhaus eine Babyintensivstation? 
Das war uns wichtig, falls doch etwas schief geht. Also haben wir uns ein paar Krankenhäuser angesehen und waren dann im Krankenhaus in Speyer bei einer dieser Kreissaalführungen. Es gab 6 Kreissäle, eine Babyintensivstation auf dem selben Stockwerk und alles war auf dem neusten Stand. Die Ausführungen der Ärzte und der Hebammen haben sich super angehört.
Diese Kreissallführung findet wöchentlich statt und mit uns waren auf dieser "Werbeveranstaltung" noch ca. 120 Leute!
In diesem Krankenhaus finden mehr als 2000 Geburten pro Jahr statt, was bedeutet, dass das mehr Fliesbandarbeit ist, als persönliche Betreuung.
Deshalb haben wir den Sicherheitsgedanken verworfen und haben auf andere Dinge Wert gelegt. Und das würde ich auch jedem raten. Wenn es sich um keine Risikogeburt handelt und während der Schwangerschaft alles in Ordnung war, dann würde ich eher auf andere Sachen achten:
Nämlich, fühle ich mich wohl in dem Krankenhaus, bekomme ich eine prsönliche Betreuung und legt das Krankenhaus auf natürliche Geburten Wert. So haben wir uns für ein von der UNICEF als "Babyfreundlich" zertifiziertes Krankenhaus entschieden und das war eine sehr gute Entscheidung. Es geht nämlich nicht nur um eine freundliche und kompetente Betreuung sonder um viel mehr. Wie bei den Blutwerten gibt es auch bei der Geburt Regeln und Vorschriften. Und die Handhaben Krankenhäuser sehr unterschiedlich.
Es fing an mit der Antibiotikaprophylaxe. Wenn die Fruchtblase geplatzt ist, dann sollte die Geburt innerhalb der nächsten 18 Stunden stattfinden, ansonsten müssten man Antibiotika geben. Wenn die Mutter positiv auf Streptokokken getestet wurde sowieso. Das mit den Streptokokken war bei uns zum Glück nicht der Fall, aber mit den 18 Stunden wurde es eng. Es gab aber kein Antibiotika.
Während der Geburt sollten natürlich auch möglichst keine Medikamente zum Einsatz kommen, höchstens homöopatische. Außerdem sollte auf jeden Fall versucht werden die Geburt auf natürlichem Weg zu gestalten und nicht zu schnell einen Kaiserschnitt zu machen. Nach der Geburt gibt es eine Vitamin K Prophylaxe um Blutungen zu verhindern. Dies ist aber synthetisches Vitamin K, welches unter anderem im Verdacht steht Leukämie auszulösen. Dann gibt es noch die Regel, dass das Gewicht nicht um 10% des Geburtsgewichts fallen darf. Bei diesem Punkt ist es wichtig, dass es sich um ein stillfreundliches Krankenhaus handelt. Hier wird nämlich versucht mit allen Mitteln das Ganze durch Stillen zu gewährleisten. 
Freunden von uns ist es nämlich passiert, dass sie dann irgendwann dazu gedrängt wurden dem Baby ein Fläschchen zu geben und was da für ein Scheiß drin ist wissen wir ja. Außerdem hat das Stillen dann durch das Zufüttern auch nicht mehr geklappt, so dass sie ganz auf Fläschchennahrung umstellen mussten. Der Witz war ja, dass das Geburtsgewicht bei dem Kind unserer Bekannten über 4000g lag und der Kleine genügend Reserven gehabt hätte auch wenn er mehr als 10% vom Geburtsgewicht verloren hätte. Aber nein Vorschriften sind nunmal Vorschriften! So ein Schwachsinn!
Unserer hat nur 2500g gewogen, weil er ja 2 Wochen zu früh auf die Welt gekommen ist. Und in unserem Krankenhaus hat man bei 2160g trotzdem nie daran gedacht Fläschchennahrung zuzufüttern. Vielmehr hat man sich rund um die Uhr um uns gekümmert und der Mutter beim Stillen geholfen und zwar alle 2 bis 3 Stunden, auch nachts...
Das Krankenhaus war echt super und wir sind sau froh, dass wir uns so entschieden haben. Während der Geburt gabs zum Glück nur was homöopathisches. Die Geburt hat knapp 20 Stunden gedauert und wir hatten die ganze Zeit eine Hebamme, die sich um uns gekümmert hat, nur um uns.

Mittlerweile wiegt er 4000g und und das selbstverständlich nur durchs Stillen ;-)





Ich bin euch noch eine Zusammenfassung schuldig... Also auf was muss ich bei einer (veganen) Schwangerschaft achten bzw. auf was haben wir geachtet?
Ich schreibe die Zusammenfassung in einem neuen Post, sonst geht sie hier unter: